Flintenweib
Flintenweib
Flintenweib | Berlin
[Andrea Moll], Friday, February 23th, 2007, 21:00 - 21:30
»Flintenweib« ist eine auf deutscher Seite gebräuchliche feindliche Bezeichnung für die sowjetische Soldatin im Zweiten Weltkrieg, sie wurde in Propaganda und Befehlsgebung der Wehrmacht angewandt – mit mörderischer Konsequenz. Der Begriff „Flintenweib“ äußert auch eine soziale Konstruktion des Weiblichen und Männlichen im Krieg.
Flintenweib
FlintenweibWenn ich Ihnen im Folgenden das „Flintenweib“ vorstelle, so steht hinter diesem äußerst plakativen und aggressiven Begriff das Phänomen von der Frau an der Waffe.
1. „Flintenweib“ ist ein auf deutscher Seite gebräuchliches Feindbild der sowjetischen Soldatin im Zweiten Weltkrieg. Es war Bestandteil der Propaganda und der Befehlsgebung in der Wehrmacht – mit mörderischer Konsequenz.
2. Der Begriff „Flintenweib“ äußert auch eine soziale Konstruktion des Weiblichen und Männlichen im Krieg.
Ich nutze im Folgenden Sprachbilder, historische Textquellen und vermeide Bilder der Erinnerung. Ebenso vermeide ich, nehme Distanz zur visuellen Inszenierung des „Flintenweibs“. Die Sprache, zumal die nicht öffentliche, private Sprache, die hier zu Wort kommt, soll als „Ort der Ankunft“ der Bilder und Vorstellungen gelten.
Zum ersten Mal tauchte der Begriff „ Flintenweib“ in der Literatur deutscher Freikorpsoffiziere auf, die während des russischen Bürgerkrieges auf der Seite der Revolutionsgegner kämpften. Ihre Begegnungen mit weiblichen Soldaten der Bolschewiki während der Kämpfe im Baltikum 1918 – 1920 verarbeiteten sie zu Sujets von Abenteuerromanen, die in den 1930er Jahren unter jungen Lesern sehr beliebt waren und hohe Auflagen erreichten.
Cordt v. Brandt, Baltikumer. Schicksal eines Freikorps, Berlin 1939:
„(…) Es ist bekannt, dass hinter den roten Linien Flintenweiber standen, die im Falle des Zurückweichens die Flüchtenden aufzuhalten und wenn die Flucht nicht aufzuhalten war, in die eigenen Leute hineinzuschießen hatten. Diese Flintenweiber waren grausame Furien , wie sie nur der Bolschewismus ersinnen konnte. Wenn sich in den Herzen eines Rotgardisten im Anblick der Leiden unschuldiger Menschen Mitleid regen möchte, diese Weiber waren vertiert und bar jedes menschlichen Gefühls (…)“
Flintenweib
Flintenweib | BerlinWenn ich Ihnen im Folgenden das „Flintenweib“ vorstelle, so steht hinter diesem äußerst plakativen und aggressiven Begriff das Phänomen von der Frau an der Waffe.
1. „Flintenweib“ ist ein auf deutscher Seite gebräuchliches Feindbild der sowjetischen Soldatin im Zweiten Weltkrieg. Es war Bestandteil der Propaganda und der Befehlsgebung in der Wehrmacht – mit mörderischer Konsequenz.
2. Der Begriff „Flintenweib“ äußert auch eine soziale Konstruktion des Weiblichen und Männlichen im Krieg.
Ich nutze im Folgenden Sprachbilder, historische Textquellen und vermeide Bilder der Erinnerung. Ebenso vermeide ich, nehme Distanz zur visuellen Inszenierung des „Flintenweibs“. Die Sprache, zumal die nicht öffentliche, private Sprache, die hier zu Wort kommt, soll als „Ort der Ankunft“ der Bilder und Vorstellungen gelten.
Zum ersten Mal tauchte der Begriff „ Flintenweib“ in der Literatur deutscher Freikorpsoffiziere auf, die während des russischen Bürgerkrieges auf der Seite der Revolutionsgegner kämpften. Ihre Begegnungen mit weiblichen Soldaten der Bolschewiki während der Kämpfe im Baltikum 1918 – 1920 verarbeiteten sie zu Sujets von Abenteuerromanen, die in den 1930er Jahren unter jungen Lesern sehr beliebt waren und hohe Auflagen erreichten.